Blog

Von Maximilian Reimann und Mareike Wöhler

Das Kulturportal bavarikon scannt am Deutschen Museum derzeit sieben ausgewählte Objekte in 3D. So können besondere Exponate aus den Ausstellungen „Zeitmessung“, „Astronomie“, „Schifffahrt“ und „Geodäsie“ zukünftig weltweit online als 3D-Modelle betrachtet werden.

bavarikon ist ein Internetportal des Freistaats Bayern, auf dem bayerische Kultur- und Wissenschaftsinstitutionen wie Archive, Bibliotheken und Museen ihre Kunst- und Kulturschätze digital präsentieren. Das Spektrum reicht von Handschriften, Urkunden, Karten und archäologischen Funden über Münzen, Gemälde und Fotografien bis zu Objekten der Volkskultur. Insgesamt sind bereits rund 270.000 digitalisierte Objekte auf dem Internetportal als hochauflösende Digitalisate hochgeladen, die das Hineinzoomen bis ins kleinste Detail erlauben.

Derzeit werden online 72 ausgewählte Exponate, wie beispielweise Skulpturen, Plastiken, historische Globen und Kunstgegenstände, als 3D-Digitalisate gezeigt. In Kooperation mit dem Deutschen Museum Digital sollen nun sieben Objekte aus dem Deutschen Museum hinzukommen. Sie werden derzeit aufwendig von allen Seiten mit einem 3D-Scanner vermessen.

Die Erfassung der Objekte in drei Dimensionen erfolgt in mehreren Schritten.

Zunächst wird die Position des 3D-Handscanners im Raum mit einem Tracker erfasst.

Mit einem Handlaserscanner wird im Anschluss die Oberflächenstruktur des Objekts aufgenommen. Dabei wird eine Punktwolke berechnet, die die Geometrie des Objekts abbildet.

Die besonderen Eigenschaften mancher Objekte stellen Felix Horn von bavarikon bei der 3D-Messung vor Herausforderungen. Das Beispiel der Tischuhr aus dem 17. Jahrhundert verdeutlicht dies: Bewegliche Teile erschweren das Zusammensetzen der Scandaten, da diese ihre Position während der Drehung des Objekts auf die Rückseite verändern. Außerdem können glänzende Metalloberflächen der hochwertigen Exponate die Aufnahmen des 3D-Scanners stören.

Glänzende Objektoberflächen erzeugen Lücken beim 3D-Scanvorgang.

Deshalb werden zusätzliche Texturfotos angefertigt, um sie in der Nachbearbeitung mit dem 3D-Modell zu kombinieren.

Später erfolgt bei bavarikon als dritter und zeitintensivster Schritt die Nachbearbeitung der Daten am Computer, um das Gesamtmodell zusammenzusetzen. Dazu werden die einzelnen 3D-Scans in ein gemeinsames Koordinatensystem überführt, zueinander ausgerichtet und passgenau kombiniert. Außerdem müssen Fehler und Lücken im 3D-Mesh (Oberflächendreiecke) oftmals noch manuell „ausgebügelt“ und die Auflösung reduziert werden. Die angefertigten Texturfotos werden am Computer auf das 3D-Modell aufgebracht. Erst dann können die 3D-Digitalisate der Öffentlichkeit auf bavarikon zur Verfügung gestellt werden.

Wir freuen uns schon auf das Ergebnis in bavarikon – auf 3D-Objekte, an denen man die Funktion der Instrumente besser veranschaulichen kann, indem man sie dreht und wendet – und bedanken uns herzlich bei Herrn Horn und bavarikon für die gelungene Zusammenarbeit.

Titelbild, Foto 2-5: © Deutsches Museum / Benno Gillmann, CC BY-SA 4.0

Foto 1: © Deutsches Museum / Konrad Rainer, CC BY-SA 4.0

Logo: © bavarikon

Comments

There are currently no comments

New Comment

please all fields with the * are mandatory fields