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von Andrea Geipel, Matthias Göggerle & Johannes Sauter

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Ende Oktober fand das Symposium „Das digitale Objekt“ in seiner dritten Ausgabe statt; zum ersten Mal online und zum ersten Mal in Deutsch und in Englisch. Diesjähriges Motto war „LINKED“ -  also die Vernetzung in jeglicher Form, seien es Daten, Projekte, Personen oder Institutionen. Damit knüpfte es thematisch am Symposium des Vorjahres an und dennoch war dieses Jahr alles etwas anders. Bereits im Mai entschieden wir uns aufgrund der Corona-Pandemie dieses Symposium komplett online stattfinden zu lassen. Gleichzeitig verfolgten wir auch in diesem Jahr das Ziel, die üblichen Veranstaltungsstrukturen ein wenig aufzubrechen und zu hinterfragen. In der digitalen Ausgabe bedeutete dies den Einsatz verschiedener partizipativer Tools (wie z.B. Mentimeter) sowie die Veranstaltung zweier digitaler Pre-Conference-Workshops einige Tage vor dem Symposium. Für die Umsetzung gingen wir auch in der Planung - entsprechend dem Motto „LINKED“ - neue kooperative Wege. Ronit Wolf, Gründerin und Organisatorin des Münchner Science & Fiction Festival, und Max Westphal, Social-Media-Mastermind der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, unterstützten uns bei der Planung und Durchführung des „digitalen Objekts“. Da wir auch unser digitales Kursprogramm „Meaning Making“ in das Veranstaltungsprogramm integrieren wollten, entschieden wir uns zum ersten Mal für ein bilinguales Angebot.

Die Pre-Conference Workshops

Im Workshop „Cube-tales - Kreative Kurzfilmgestaltung im Ausstellungsraum“ erprobten Ronit Wolf und Andrea Geipel kreative Ansätze des digitalen Storytelling. Hierfür wurden zunächst ganz analog individuelle “Geschichtenwürfel” erstellt und den Teilnehmer*innen zugeschickt. An Tag eins ging es dann zunächst darum, sich von anderen Geschichtenerzähler*innen inspirieren zu lassen. Wir diskutierten, wie man kreative Ideen sammelt, wie man neue Zugänge findet und welche Elemente man beim Geschichtenerzählen berücksichtigen sollte. Im Zentrum stand aber das praktische Üben mit dem Story-Cube. Aufgabe war es dreimal zu würfeln und dann mit den drei Bildern assoziativ Geschichten zu entwickeln. Die Bilder dienten dabei als Ausgangspunkt – das Bild einer Schere musste dabei z.B. nicht unbedingt bedeuten, dass im Video eine Schere auftauchen muss, sondern, dass alles rund um die Schere Teil der Geschichte bzw. Videoproduktion sein könnte – auch, die Art wie das Video „geschnitten“ ist. Am Ende von Tag eins sollten die Teilnehmer*innen dann drei Begriffe für ihr Video würfeln und die Geschichte hierfür aufzuschreiben. Anschließend hatten sie die Aufgabe Kurzfilme zu erstellen, wobei die Technik eine untergeordnete Rolle spielte. Im Zentrum stand die Geschichte. Tag zwei stand dann ganz im Zeichen dieser Filme, die gemeinsam angeschaut und diskutiert wurden. Wir waren begeistert von der kreativen Umsetzung und der Rückbindung an unser Haus und freuen uns, dass wir die dabei entstandenen Filme bald auch online zeigen können.

Foto von den Story-Cubes. Man sieht einen Mond, ein Auge, einen Regebogen, eine Farbtube und andere SymboleDie verschiedenen Story-Cubes wurde von Hand erstellt und den Teilnehmer*innen zum Zusammenbauen zugeschickt. (Foto: Deutsches Museum Digital)

Der Workshop „Problem Stories“ hatte das Ziel, gemeinsam mit den Teilnehmer*innen aus dem Kultur- und Museumsbereich über aktuelle Herausforderungen und Hürden bei der Digitalisierung zu diskutieren. Dazu wurden im Vorfeld von den Teilnehmer*innen „Problem Stories“ erfragt, die Matthias Göggerle, Max Westphal und Johannes Sauter vorab in drei Kategorien unterteilten und so die Themenbereiche “2D/3D-Digitalisierung”, „Vermittlung/Outreach“ und „Data Quality/Vernetzung“ festlegen konnten. Am ersten Workshoptag wurden die Teilnehmenden nach einer kurzen Einführung in drei Gruppen eingeteilt und konnten in Breakout-Sessions in Zoom gemeinsam diskutieren. Gleichzeitig konnten alle Teilnehmenden mit dem Online-Tool „Miro“ auf einem großen digitalen Whiteboard den jeweiligen Diskussionsstand auf Post-its oder Textfeldern festhalten. Am zweiten Workshoptag wurde in neuer Gruppenzuordnung in einem Planspiel die Digitalisierung eines musealen Objektes (am Beispiel eines Exponates des Deutschen Museums) erarbeitet. Die drei Gruppen hatten hierbei verschiedene Prämissen zu erfüllen – den Einsatz von 3D-Digitalisierung, die Verwendung eines digitalen Displays sowie eine internationale Perspektive berücksichtigend. An beiden Workshoptagen wurde neben dem Videokonferenzprogramm „Zoom“ und dem Open Source-Programm „Mattermost“ als Chat/Austauschplattform das Tool „Miro“ eingesetzt. Dieses „digitale Whiteboard“ bietet die Möglichkeit, von allen Teilnehmer*innen parallel genutzt zu werden. Dadurch entstanden an beiden Tagen in Zusammenarbeit mit allen Teilnehmenden  „digitale Poster“. Die Idee wurde von den Teilnehmer*innen sehr gut angenommen, wodurch wir vielfältigen Input auf das digitale Papier bringen konnten.

Ein Ergebnisposter mit grünen Post-Its, Verbindungslinien und Sprachblasen, das den Diskussionsprozess widergibt.

Eines der im Workshop „Problem Stories“ kollaborativ entstandenen Poster. Zwischen den verschiedenen Ideen/Konzepten sind semantische Verknüpfungen hinzugefügt, um die Zugehörigkeit auszudrücken. (Screenshot: Deutsches Museum Digital)

Das digitale, bilinguale “digitale Objekt”

Nach den Pre-Conference Workshops wurde das eigentliche Symposium durch eine Begrüßung von Helmuth Trischler eröffnet und mit einer internationalen Keynote von Katie Price (Head of Digital, Victoria and Albert Museum) und Dafydd James (Head of Digital, National Museum of Wales) eingeleitet. Unter dem Titel „Structuring for Digital Success” stellten sie Ergebnisse ihrer umfangreichen Umfrage zur Digitalisierung in Museen vor. Dabei ging es weniger um die technischen als vielmehr um die personellen und inhaltlichen Voraussetzungen und die Frage, wie man den Erfolg digitaler Arbeiten und Projekte bemessen kann. Über die interaktive Präsentationsplattform Mentimeter nahmen auch die Konferenzteilnehmer*innen an der Umfrage teil und konnten Ihre Antworten mit denen der Umfrage direkt vergleichen. Hierdurch entstand eine rege Partizipation und Diskussion – auch über den Chat des Kommunikationstools Zoom. Recht einig waren sich die Befragten und Teilnehmenden, dass gefestigte Strukturen und finanzielle Mittel dauerhaft gewährleistet sein müssen, wenn digitale Angebote in Museen langfristig, innovativ und nachhaltig etabliert werden sollen. Zudem wurden auch fehlende Ansprechpartner*innen, wie z.B. fehlende Netzwerke, als Hürde genannt, um digitale Projekte institutionsübergreifend zu initiieren.

Im ersten Workshop des Symposiums gaben Dr. Silvia Daniel der Bayerischen Staatsbibliothek und Johannes Sauter sowie Prof. Dr. Kai-Christian Bruhn der Hochschule Mainz Einblicke in den NFDI-Prozess, insbesondere in die geisteswissenschaftlichen Konsortien NFDI4Objects und NFDI4Memory. Der vom Rat für Informationsinfrastrukturen ins Leben gerufene und von der DFG ausgeschriebene Prozess zum Aufbau einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) dient der dauerhaften Speicherung, Bereitstellung und Vernetzung von Forschungsdaten aller Disziplinen. Das Konsortium 4Memory setzt sich zusammen aus Geschichtswissenschaftler*innen, Gedächtnisinstitutionen (Archive, Bibliotheken, Museen und Sammlungen) sowie Informationsinfrastruktur-Einrichtungen und versteht sich als Vertretung für die historisch orientierten Geisteswissenschaften. Das Konsortium 4Objects hingegen besteht aus Forscherinnen und Forschern der Fachbereiche der Archäologie im weiteren Sinne sowie der Architekturgeschichte, Anthropologie oder Paläontologie. 4Objects setzt daher einen Schwerpunkt auf materielles Erbe „von rund drei Millionen Jahren Menschheits- und Umweltgeschichte”. Eine Herausforderung, die im Workshop diskutiert wurde, ist die Erreichbarkeit von Ansprechpartner*innen der Konsortien sowie die zielgerichtete Hilfestellung bei der Speicherung und Aufbereitung der eigenen Forschungsdaten. Hier möchten die Konsortien in engem Austausch - auch mit den weiteren geisteswissenschaftlichen Konsortien (4Culture und Text+) Lösungen sowie Angebote erarbeiten. Beide Konsortien befinden sich derzeit im Bewerbungsverfahren.

Im englischsprachigen Workshop „How to get things done”, moderiert von Andrea Geipel, ging es um die Bedeutung von Kooperationen rund um digitale Projekte an und mit Museen. Im Gespräch mit Abhay Adhikari (Co-Organisator des “Meaning Making Programms”; Digital Identities) , Ronit Wolf (Münchner Science & Fiction Festival) und Max Westphal (Bayerische Staatsgemäldesammlungen)  wurden die Erfahrungen im Zuge der Zusammenarbeit zum Symposium sowie der Pre-Conference-Workshops als auch im Rahmen des Meaning Making Programms diskutiert. Im interaktiven Austausch mit den Teilnehmer*innen wurde deutlich, wie wichtig klare Ansprechpartner*innen für die gelungene Zusammenarbeit mit externen Partner*innen ist und welche Rolle eine gezielte Kommunikation im gesamten Prozess spielt. 

Der erste Symposiumstag endete in einem etwas ungewöhnlichem Raum mit einem weiteren Experiment. In der „Space Tiki Bar“ – einem virtuellen Mozilla Hub konzipiert vom Münchner Science & Fiction Festival (Ronit Wolf) und Show it 360 (Marcus Morba) – konnten die Teilnehmer*innen über ihren Browser, Handy oder eine VR-Brille in einen XR Raum eintauchen und durch virtuelle Avatare miteinander kommunizieren und interagieren. Im Rahmen des „Minute Cocktail“ fand hier ein etwas ungewöhnliches Networking-Event statt, das die netten und häufig informativen Gespräche während Kaffeepausen und Abendessen ersetzen sollte.

Die Tiki Bar war im Anschluss auch der Schauplatz der ersten digitalen Preisverleihung des DigAMus Awards. Der von Anke von Heyl (Autorin & Kunstvermittlerin), Andrea Geipel und Johannes Sauter ins Leben gerufene Award hatte zum Ziel, digitale Museumsprojekte aus der Community für die Community sichtbar zu machen und zu würdigen - dies umso mehr in Zeiten der Corona-Pandemie. Der als Experiment gestartet Award erzeugte viel Aufmerksamkeit und stellte die fünfköpfige Jury vor die große Herausforderung, Projekte in insgesamt 6 Kategorien (Apps & Games, Onlineausstellungen & 360°, Inklusion & Integration, Soziale Medien & Videos, Podcasts sowie Projekte mit wenig Budget) auszuzeichnen. Aus 129 Einreichungen erstellten Anke von Heyl, Andrea Geipel und Johannes Sauter eine Shortlist aus insgesamt 24 Projekten. Daneben konnte über ein Publikumsvoting aus allen Einreichungen ein Projekt für den Publikumspreis bestimmt werden. Die Veranstaltung selbst fand im virtuellen Hub statt und wurde parallel live auf YouTube gestreamt. So konnten insgesamt rund 150 Personen an der Preisverleihung teilnehmen. Der Award sowie die digitale Preisverleihung starteten als Experiment und so konnten einige kleine technische Fehler nicht ganz vermieden werden. Aber genau das machte den DigAMus Award auch nahbar- und passte zum allgemeinen Motto: von der Community, für die Community. Die prämierten Projekte sowie ein Fazit der Initiator*innen können auf der Webseite nachgelesen werden.

Screenshot aus der virtuellen Space Tiki Bar während der Verleihung des DigAMus-Awards. Man sieht Avatare, Namen, das Award-Log und die Trophäe.

Die Preisverleihung des ersten DigAMus-Award fand in der virtuellen Space Tiki Bar statt. (Screenshot: Deutsches Museum Digital)

Der zweite Symposiumstag begann mit der hochkarätigen Keynote von Hannah Bast (Universität Freiburg), die eindrucksvoll die vielseitigen Möglichkeiten von Wissensdatenbanken vorstellte. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte von Wissensdatenbanken wie Cyc oder Freebase, erklärte Hannah Bast die Vorteile von frei bearbeitbaren Wissensdatenbanken wie Wikidata. Hier finden sich mittlerweile rund 90 Millionen Datenobjekte, die jeweils über semantische Verbindungen in Sinnzusammenhänge gebracht werden. Diese können nun mit Hilfe der Abfragesprache SPARQL durchsucht werden. Dabei sind Kombinationen von Suchanfragen möglich, die in der Komplexität weit über das hinausgehen, was gängige Suchmaschinen leisten können. Mit dem von Hannah Bast und ihrem Team entwickelten Tool „Qlever”, können diese komplexen SPARQL-Abfragen durch Suchvorschläge und hohe Performanz deutlich vereinfacht werden. In Ihrem Vortrag konnten die Zuschauer*innen über einen geteilten Bildschirm Suchanfragen in Echtzeit bestaunen und über die Chatfunktion in Zoom sogar eigene Suchwünsche äußern. So wurde beispielsweise nicht nur ein Artikel über die Schauspielerin Maryl Streep über SPARQL abgefragt, sondern gleich jene Filme als Suchergebnisse angezeigt, für die sie einen Academy Award erhielt. Ergebnisse von Suchanfragen über einen Ort oder eine Region zeigte Hannah Bast direkt auf der OpenStreetMap an - einer freien Weltkarte, die von der Öffentlichkeit mit Geoinformationen versehen wird und dadurch unter freien Lizenzen steht. Wissensdatenbanken finden übrigens häufig Verwendung - so werden beispielsweise bei Suchen über die Suchmaschine Google selbst Ergebnisse in Form von Steckbriefen angezeigt, deren Informationen sich aus Wissensdatenbanken wie Wikidata speisen.

In der nächsten Session stellten Christian Winkler (Deutsches Museum) und Johannes Baiter (Bayerische Staatsbibliothek) dann den Fachinformationsdienst Geschichtswissenschaft (FID) vor. In diesem vom Deutschen Museum und der BSB geleiteten Projekt wird wissenschaftliche, historische Literatur in einem digitalen Angebot (elekt. Zeitschriften, Datenbanken etc.) zur Verfügung gestellt. Zusätzlich wurden die Digitalen Sammlungen der BSB im IIIF Standard und die Software Mirador erläutert, mit deren Hilfe hochauflösende Bilddaten bereitgestellt und ausgetauscht werden können.

Zum Abschluss des Symposiums stand nochmal die Reflexion im Mittelpunkt. In der von Andrea Geipel und Jenni Müller (Meaning Making Programm) geleiteten Session ging es um die Frage, wie man Onlinekurse und Onlinetagungen plant und durchführt. Ziel war es gemeinsam die Erfahrungen der letzten Monate zu sammeln, um daraus für zukünftige Veranstaltungen zu lernen. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln (Organisator*innen, Teilnehmer*innen und eingeladene Speaker*innen) diskutierten die Teilnehmer*innen wie man vorab und während der Veranstaltung mit technischen Problemen umgeht, wie wichtig eine ausführliche Kommunikation mit allen Beteiligten ist und wie man interaktive Formate plant. Gemeinsam mit den Teilnehmer*innen entstand so ein Skript, welches bei der Planung digitaler Veranstaltungen helfen soll. Auch im Chat wurde fleißig diskutiert. Einhelliges Fazit war, dass es auch in Zukunft und unabhängig von Corona digitale Veranstaltungen geben müsse. So werden häufige Dienstreisen vermieden und der Zugang zum Austausch erleichtert. Auch sind internationale und multidisziplinäre Angebote vereinfacht durchzuführen. Mit den richtigen Tools lassen sich die Veranstaltungen interaktiv und auf Augenhöhe gestalten. Digitale Angebote sind hier aber ebenso wie generell in Kulturinstitutionen nicht als Ersatz für analoge Veranstaltungen, sondern vielmehr als Zusatzangebot bzw. Erweiterung zu sehen.

Screenshot einer Menti-Frage, welche Dinge den Teilnehmenden bei digitalen Veranstaltungen gefallen. Man sieht bunte Begriffe als Wordcloud angeordnet.Screenshot einer Mentimeter-Frage in der Session „How to webinar“, was den Teilnehmer*innen an digitalen Veranstaltungen besonders gefällt. (Screenshot: Deutsches Museum Digital)

Das digitale „digitale Objekt” hat uns gezeigt, dass Online-Keynotes sehr viel interaktiver gestaltet werden können und dass sich Teilnehmer*innen manchmal vor ihrem Bildschirm wohler fühlen, um auf Augenhöhe zu diskutieren. Chatfunktionen in Kommunikationsplattformen sind hilfreiche Nebenschauplätze, in denen sich Diskussionen ergeben und Fragen für Keynotespeaker gesammelt werden können. Digitale Werkzeuge wie Miro helfen, auch im digitalen Raum einen co-kreativen Workshop zu gestalten und spannende Ergebnisse (Poster) zu erarbeiten. Gleichzeitig können auch virtuelle Räume den Austausch in Kaffeepausen nicht im selben Maße ersetzen. Und natürlich stellen technische Probleme manche Teilnehmenden vor ebenso große Hürden, wie sonst der Anfahrtsweg oder die Konferenzgebühr. Unsere Erfahrungen wollen wir nun noch ausführlicher zusammenfassen und auch mit den Erfahrungen unserer Kooperationspartner*innen ergänzen. Dabei soll eine Onlinepublikation entstehen, die open access verfügbar gemacht wird.

Was bedeutet das nun für die Zukunft unseres Symposiums „Das digitale Objekt”? Zunächst haben wir auch in diesem Jahr unglaublich viel gelernt und wir fühlen uns erneut darin bestärkt auch in Zukunft weiter mit dem Format der Veranstaltung zu experimentieren. 2021 wird das Symposium im Rahmen des zweiten Global Summit für Forschungsmuseen stattfinden - je nach Situation ganz analog im Deutschen Museum oder als Hybrid-Veranstaltung teilweise auch im digitalen Raum. Bei der Planung werden uns die Erfahrungen mit dem „digitalen Objekt III” aber auch mit der gesamten Veranstaltungsreihe sehr helfen.

Durch die Zusammenarbeit mit Max Westphal, Ronit Wolf und Marcus Morba, mit Anke von Heyl und Silvia Daniel, aber auch innerhalb des Deutschen Museums mit Christian Winkler oder Claus Henkensiefken, der unseren YouTube-Stream ermöglichte, konnte das „digitale Objekt” sehr viel mehr an Ideen, Blickwinkeln und Möglichkeiten gewinnen. Gleichzeitig freuen wir uns sehr darüber, dass wir in der Corona-Pandemie ein spannendes Programm mit tollen Keynotes und Workshops allen Teilnehmenden anbieten konnten, unabhängig von Reise- oder Übernachtungskosten.

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In Times of Corona – Das digitale Objekt III

At the end of October the symposium "Das digitale Objekt / The digital Object" took place in its third edition; for the first time online and for the first time in German and English. This year's motto was "LINKED" - i.e. networking in any form, be it data, projects, people or institutions. This was a thematic continuation of last year's symposium, yet this year everything was somewhat different. Due to the Corona Pandemic, we already decided in May to hold this symposium completely online. At the same time, this year we also pursued the goal of reframing the usual event structures a little and questioning them. In the digital edition this meant the use of various participatory tools (such as Mentimeter) and the organization of two digital pre-conference workshops a few days before the symposium. For the implementation, we also took new cooperative paths in the planning - according to the motto "LINKED". Ronit Wolf, founder and organizer of the Munich Science & Fiction Festival, and Max Westphal, social media mastermind of the Bayerische Staatsgemäldesammlungen, supported us in the planning and implementation of the "digital object". Since we also wanted to integrate our digital course programme "Meaning Making" into the event programme, we decided to offer a bilingual programme for the first time.

The Pre-Conference Workshops

In the workshop "Cube-tales - Creative short film design in the exhibition space" Ronit Wolf and Andrea Geipel tested creative approaches to digital storytelling. For this purpose, individual "story cubes" were first created in a completely analogue format and sent to the participants. On day one, the first task was to get inspired by other storytellers. We discussed how to collect creative ideas, how to find new approaches and which elements should be taken into account when telling stories. The focus was on practical training with the Story-Cube. The task was to throw the dice three times and then develop stories associatively with the three pictures. The pictures served as a starting point - the picture of a pair of scissors, for example, did not necessarily mean that a pair of scissors had to appear in the video, but that everything around the scissors could be part of the story or video production - including the way the video is "cut". At the end of day one the participants should throw the dice three times and create the story for their movie. They then had the task of making short films, with technology playing a secondary role. The story was at the centre. Day two was dedicated to these films, which were watched and discussed together. We were enthusiastic about the creative realisation and the connection to the museum and are happy that we will soon be able to show the films online.

Picture of the story cubes before put together with images of the moon, paint, an eye and others.The various story cubes were created by hand and sent to the participants to be assembled. (Photo: Deutsches Museum Digital)

The workshop "Problem Stories" aimed at discussing current challenges and hurdles in digitisation together with participants from the cultural and museum sector. In the run-up to the workshop, the participants were asked to submit "Problem Stories", which Matthias Göggerle, Max Westphal and Johannes Sauter divided into three categories in advance, thus enabling them to determine the topics "2D/3D Digitisation", "Mediation/Outreach" and "Data Quality/Networking". On the first day of the workshop, the participants were divided into three groups after a short introduction and were able to discuss together in breakout sessions in Zoom. At the same time, all participants were able to use the online tool "Miro" on a large digital whiteboard to record the current state of discussion on post-its or text fields. On the second day of the workshop, the digitization of a museum object (using the example of an exhibit of the Deutsches Museum) was discussed in a new group assignment in a playful setting. The three groups had to fulfil different premises - the use of 3D digitization, the use of a digital display and an international perspective. On both workshop days, the tool "Miro" was used as a chat/exchange platform in addition to the video conferencing programme "Zoom" and the open source programme "Mattermost". This "digital whiteboard" offers the possibility to be used by all participants in parallel. In this way, "digital posters" were created on both days in cooperation with the participants. The idea was very well received by the participants, which enabled us to put a variety of input on digital paper.

Screenshot of one of the posters with post its, comments and connecting lines to illustrate the workshop results.

One of the posters created collaboratively in the "Problem Stories" workshop. Semantic links are added between the different ideas/concepts to express the sense of belonging. (Screenshot: Deutsches Museum Digital)

The digital, bilingual "digital object”

After the pre-conference workshops, the actual symposium was opened by a welcoming address by Helmuth Trischler and introduced with an international keynote by Katie Price (Head of Digital, Victoria and Albert Museum) and Dafydd James (Head of Digital, National Museum of Wales). Under the title "Structuring for Digital Success" they presented the results of their extensive survey on digitization in museums. The focus was less on the technical requirements but instead on the personnel and content requirements and the question of how to measure the success of digital works and projects. Via the interactive presentation platform Mentimeter, the participants also took part in the survey and were able to directly compare their answers with those of the survey. This resulted in lively participation and discussion - also via the chat of the communication tool Zoom. The respondents and participants agreed that stable structures and financial resources must be guaranteed in the long term if digital services in museums are to be established in a long-term, innovative and sustainable manner. In addition, the lack of contact persons, such as missing networks, was also mentioned as a hurdle to initiating digital projects across institutions.

In the first workshop of the symposium, Dr. Silvia Daniel of the Bayerische Staatsbibliothek and Johannes Sauter as well as Prof. Dr. Kai-Christian Bruhn of Mainz University of Applied Sciences provided insights into the NFDI process, especially into the humanities consortia NFDI4Objects and NFDI4Memory. The process of establishing a national research data infrastructure (Nationale Dateninfrastruktur – NFDI), which was initiated by the German Council for Information Infrastructures and tendered by the DFG (Deutsche Forschungsgesellschaft), serves to permanently store, provide and network research data from all disciplines. The 4Memory consortium is made up of historians, memory institutions (archives, libraries, museums and collections) and information infrastructure facilities and sees itself as a representative for the historically oriented humanities. The 4Objects consortium, on the other hand, is made up of researchers from the fields of archaeology in the broader sense as well as architectural history, anthropology or palaeontology. 4Objects therefore focuses on material heritage "of around three million years of human and environmental history". One challenge discussed in the workshop is the accessibility of contact persons within the consortia as well as targeted assistance in the storage and processing of the consortia's own research data. The consortia would like to work out solutions and offers in close cooperation with the other humanities consortia (4Culture and Text+). Both consortia are currently in the application process.

The English-language workshop "How to get things done", moderated by Andrea Geipel, focused on the importance of cooperation on digital projects in and with museums. In a discussion with Abhay Adhikari (co-organiser of the "Meaning Making Programme"; Digital Identities), Ronit Wolf (Munich Science & Fiction Festival) and Max Westphal (Bayerische Staatsgemäldesammlungen), the experiences made in the course of the cooperation for the symposium and the pre-conference workshops as well as in the context of the Meaning Making Programme were discussed. In the interactive exchange with the participants it became clear how important contact persons are for successful cooperations with external partners and what role targeted communication plays in the entire process. 

The first day of the symposium ended in a somewhat unusual room with another experiment. In the "Space Tiki Bar" - a virtual Mozilla hub created by the Münchner Science & Fiction Festival (Ronit Wolf) and Show it 360 (Marcus Morba) - participants were able to immerse themselves in an XR space via their browser, mobile phone or VR glasses and communicate and interact with each other through virtual avatars. As part of the "Minute Cocktail", a somewhat unusual networking event took place to replace the nice and often informative conversations during coffee breaks and dinners.

The Tiki Bar was also the venue for the first digital awards ceremony of the DigAMus Award. The award, created by Anke von Heyl (author & art educator), Andrea Geipel and Johannes Sauter, aimed to make digital museum projects from the community visible to the community and to honour them - all the more so in times of the Corona pandemic. The award, which started as an experiment, attracted a lot of attention and presented the five-member jury with the great challenge of honouring projects in a total of 6 categories (Apps & Games, Online Exhibitions & 360°, Inclusion & Integration, Social Media & Videos, Podcasts and Projects with a Small Budget). From 129 submissions, Anke von Heyl, Andrea Geipel and Johannes Sauter drew up a shortlist of 24 projects in total. In addition, an audience vote from all submissions was used to select one project for the audience award. The event itself took place in the virtual hub and was streamed live on YouTube. This meant that a total of around 150 people were able to attend the award ceremony. The award as well as the digital award ceremony started as an experiment and so some small technical mistakes could not be avoided completely. But that's exactly what made the DigAMus Award accessible and fitted the general motto: from the community, for the community. The award-winning projects and a summary of the initiators can be find on the website.

Screenshot from the award ceremony in the virtual space tiki bar. There are avatars, name tags, the award figure.

The award ceremony for the first DigAMus Award took place in the virtual Space Tiki Bar. (Screenshot: Deutsches Museum Digital)

The second day of the symposium started with the top-class keynote by Hannah Bast (University of Freiburg), who impressively presented the versatile possibilities of knowledge databases. After a short introduction to the history of knowledge databases such as Cyc or Freebase, Hannah Bast explained the advantages of freely editable knowledge databases such as Wikidata. There are now around 90 million data objects, each of which is brought into context via semantic connections. These can now be searched using the query language SPARQL. Combinations of search queries are possible, the complexity of which far exceeds that of common search engines. With the tool "Qlever", developed by Hannah Bast and her team, these complex SPARQL queries can be significantly simplified through search suggestions and high performance. In her presentation, the audience could marvel at search queries in real time via a split screen and even express their own search requests via the chat function in Zoom. For example, not only was an article about the actress Maryl Streep queried via SPARQL, but the films for which she received an Academy Award were displayed as search results. Hannah Bast displayed the results of search queries about a place or a region directly on the OpenStreetMap - a free world map that is provided with geo-information by the public and is therefore available under free licences. Knowledge databases are often used, by the way - for example, searches using the search engine Google itself displays results in the form of profiles, the information of which is fed from knowledge databases such as Wikidata.

In the next session, Christian Winkler (Deutsches Museum) and Johannes Baiter (Bayerische Staatsbibliothek) then presented the subject information service History (FID). In this project led by the Deutsches Museum and the BSB, scientific, historical literature is made available in a digital form (electronic journals, databases, etc.). In addition, the digital collections of the BSB in the IIIF standard and the software Mirador, with which high-resolution image data can be provided and exchanged, were explained.

At the end of the symposium the focus was once again on reflection. The session, led by Andrea Geipel and Jenni Müller (Meaning Making Programme), dealt with the question of how to plan and conduct online courses and online conferences. The aim was to gather together the experiences of the past months in order to learn from them for future events. From different perspectives (organizers, participants and invited speakers) the participants discussed how to deal with technical problems before and during the event, how important it is to communicate with all participants and how to plan interactive formats. Together with the participants, a script was developed which should help in the planning of digital events. There was also a lot of discussion in the chat. The overall conclusion was that there must be digital events in the future and independently of Corona. In this way, frequent business trips can be avoided and access to international exchange can be facilitated.

Screenshot of one of the mentimeter questions during the how to webinar session. A world cloud of German answers what participants like about digital events.

Screenshot of a mentimetre question in the session "How to webinar", what participants particularly like about digital events. (Screenshot: Deutsches Museum Digital)

The digital "digital object" has shown us that online keynotes can be made much more interactive and that participants sometimes feel more comfortable in front of their screen to discuss at eye level. Chat functions in communication platforms are helpful side scenes where discussions can take place and questions can be collected for keynote speakers. Digital tools such as Miro help to create a co-creative workshop in the digital space as well and to work out exciting results (posters). At the same time, virtual rooms cannot replace the exchange during coffee breaks to the same extent. And, of course, technical problems present some participants with just as many obstacles as travel or conference fees. We now want to summarize our experiences in more detail and complement them with the experiences of our cooperation partners. This will result in an online publication that will be made available open access.

What does this mean for the future of our symposium "Das digitale Objekt"? First of all, we have learned an incredible amount this year and we feel encouraged to continue experimenting with the format of the event in the future. In 2021, the symposium will take place within the framework of the second Global Summit for Research Museums - depending on the situation, it will be held in the Deutsches Museum in an entirely analogue form or, as a hybrid event, partly in digital space. Our experience with the "Das digitale Objekt III", but also with the entire series of events, will be very helpful in the planning.

Through the cooperation with Max Westphal, Ronit Wolf and Marcus Morba, with Anke von Heyl and Silvia Daniel, but also within the Deutsches Museum with Christian Winkler or Claus Henkensiefken, who made our YouTube stream possible, the "digital object" was able to gain much more ideas, perspectives and possibilities. At the same time, we are very pleased that we were able to offer all participants an exciting programme with great keynotes and workshops during the Corona pandemic, regardless of travel or accommodation costs.

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