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Von Matthias Göggerle

KONDA – das ist nicht etwa der Name eines großen amerikanischen Vogels, sondern ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt zur Qualitätssicherung von Forschungsdaten. „KONDA - Kontinuierliches Qualitätsmanagement von dynamischen Forschungsdaten zu Objekten der materiellen Kultur unter Nutzung des LIDO-Standards“[1] lautet die etwas sperrig klingende Projektbezeichnung. Dahinter steckt aber etwas, womit auch wir vom Deutschen Museum Digital tagtäglich in Kontakt kommen: Wie lässt sich die Qualität von strukturierten Forschungsdaten im digitalen Raum sicherstellen? Angewendet auf das im Kulturbereich gängige Harvesting-Format LIDO (Lightweight Information Describing Objects)[2] – eine Art Datenstandard für digitale Daten von Gedächtnisinstitutionen – möchte KONDA einen Qualitätsmanagementprozess für dynamische und vor allem auch „unsichere“ Forschungsdaten entwickeln.

Das KONDA-Team des im Juli 2019 gestarteten Projektes hatte am 24. und 25. Oktober gemeinsam mit der Koordinierungsstelle für wissenschaftliche Universitätssammlungen in Deutschland zu einem „Community-Workshop“ ins Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik in Berlin (HZK) eingeladen. Vertreter*innen aus Forschungseinrichtungen wie Museen, Universitäten, Bibliotheken diskutierten gemeinsam mit dem KONDA-Team zwei Tage intensiv über den Istzustand und die Vor- und Nachteile sowie potentielle Verbesserungsmöglichkeiten des LIDO Datenmodells. Themen waren dabei unter anderem der Umgang mit unklaren Datierungen, unsicheren Personenbezügen oder die Abbildung sich wandelnder Informationen. Trotz der unterschiedlichen Blickwinkel der Kolleg*innen der verschiedenen Häuser stellte sich bald heraus, dass wir im täglichen Arbeiten oft denselben Herausforderungen gegenüberstehen. Gerade die Unsicherheit von Forschungsdaten, in all ihren Facetten und ihrer Komplexität, sowie die Abbildung von dynamischen Forschungsprozessen stellen uns häufig vor Probleme. Umso mehr ergibt es Sinn diese Schwierigkeiten gebündelt anzugehen und einen Workflow zur Qualitätssicherung zu entwickeln, der den gesamten Prozess der Digitalisierung – die Datenerfassung, die Datentransformation und die zugrundeliegenden Datenmodelle – berücksichtigt.

Brainstorming des KONDA-Workshops zum Umgang mit
dynamischen, veränderlichen Daten

Nach zwei intensiven Workshoptagen stand am Ende eine große Wunschliste, die die Teilnehmer*innen dem KONDA-Team mit auf den Weg gegeben haben. Wir vom Team DMD bedanken uns für einen sehr interessanten und spannenden Workshop und freuen uns bereits jetzt mehr über die weiteren Entwicklungen und Ergebnisse des KONDA-Projektes zu erfahren und werden den Prozess auch in Zukunft gespannt verfolgen.

Das HZK der HU Berlin in ihren neuen Räumlichkeiten, die hier etwas versteckt
hinter dem imposanten historischen Tieranatomischen Theater liegen.

 Das historische Lehrgebäude des Tieranatomischen Theaters wird heute vom HZK, u.a. für Ausstellungen
und der Verknüpfung wissenschaftlicher und künstlerisch-gestalterischer Methoden, genutzt.

 

 Mehr Informationen zum KONDA-Projekt finden sich auf den Webseiten der beteiligten Projektpartner:

https://www.uni-marburg.de/de/fotomarburg/forschung/laufende/konda

https://www.sub.uni-goettingen.de/projekte-forschung/projektdetails/projekt/konda

[1] KONDA ist ein Kooperationsprojekt des Deutschen Dokumentationszentrum Kunstgeschichte – Foto Marburg, des Fachbereichs Mathematik und Informatik der Philipps-Universität Marburg und der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

[2] http://www.lido-schema.org (letzter Aufruf am 31. Oktober 2019).

Fotos: © Matthias Göggerle

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