Inventarnr.
71779
Systematik
630.81.91 Hüttenwesen / Fachgebietsgeschichte / Dioramen
Identität
Diorama
Beschreibung
Der Verbrauch von Holzkohle für die Metallgewinnung führte schon im Mittelalter zu Konflikten mit anderen Nutzungen des Waldes. Im 16. Jahrhundert wurden deshalb Versuche angestellt, Holzkohle durch Steinkohle zu ersetzen. Sie scheiterten jedoch, da einige Bestandteile der Steinkohle die Reaktionen in den Öfen störten und das erzeugte Metall verunreinigten.
Erst dem Hüttenmann Abraham Darby gelang es 1717, Steinkohle zu „verkoken: Während der Verkokung werden unter Luftabschluss die flüchtigen Bestandteile der Steinkohle ausgetrieben. Ein harter, poriger Brennstoff, der Koks, entsteht, der sich besonders für den Hochofen eignet. Der erste Koks-Hochofen ging 1735 in Coalbrookdale (England) in Betrieb.
1789 wurden im Hüttenwerk Malapane (Oberschlesien) Versuche unternommen, Roheisen mit Koks herzustellen. Diese Erfahrungen führten zum Bau des ersten Koks-Hochofens in Deutschland in Gleiwitz. Er lieferte ab November 1796 täglich 1000 kg, später 2000 kg Roheisen. Die Hütte bei Gleiwitz betrieb neben dem Hochofenwerk auch eine Gießerei. Mit dem Bau dieses Werkes begann die Industrialisierung Oberschlesiens. Die Roheisen-Erzeugung stieg dort von 1779 bis 1800 von 1250 t auf 13 500 t pro Jahr.