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Flüssigkeitstriebwerk der V2-Rakete

Foto:
Inventarnr. 73196
Systematik 750.03.03 Raumfahrt / Raketenantriebe / Flüssigkeitsantriebe
Standort Ausstellung "Raumfahrt"
Zur Ausstellung im virtuellen Rundgang
Identität Original
Beschreibung Flüssigkeits-Raketentriebwerk (geschnitten) der V2-Rakete
Die V2-Rakete war die erste große als Kriegswaffe gebaute Flüssigkeitsrakete. Schwierigkeiten bereiteten vor allem die hohen Temperaturen, die bei der Verbrennung der flüssigen Treibstoffe entstanden. Mit der "Filmkühlung" gelang es, die hohen Temperaturen in der Brennkammer zu beherrschen. Das Triebwerk der V2-Rakete erzeugte eine Schubkraft entsprechend dem Gewicht einer Masse von 25 to und lief erstmals am 21. März 1940 auf dem Prüfstand in Peenemünde. Bis Kriegsende sind über 6 000 V2-Raketen hergestellt worden, von denen ca. 3 400 als Fernlenkwaffe abgeschossen wurden.

In der Heeresversuchsanstalt Peenemünde entwickelten deutsche Ingenieure im Zweiten Weltkrieg die Fernlenkwaffe Aggregat A4, später von den Nationalsozialisten „Vergeltungswaffe 2“ oder kurz V2 genannt.
Die V2-Rakete verfügte über den ersten in Serie hergestellten Flüssigkeitsraketenmotor. Das Triebwerk beschleunigte die beim Start 13 t schwere Rakete in einer Minute auf fünffache Schallgeschwindigkeit. Eine Turbinenpumpe beförderte den Alkohol und den -183° C kalten flüssigen Sauerstoff unter hohem Druck in die Brennkammer. Der Alkohol kühlte zudem die doppelwandige Brennkammer und hielt die Temperatur unter 1000° C. Beladen mit einer Tonne Sprengstoff, erreichte sie in nur fünf Minuten ein mehr als 250 km entferntes Ziel.
Für die Entwicklung der V2 baute das Heereswaffenamt 1934 bei Peenemünde an der Ostsee einen riesigen Forschungskomplex. Es dauerte zehn Jahre, bis die neue Raketentechnik so weit ausgereift war, dass sie in Serie gehen konnte. Geleitet wurde das Projekt von Wernher von Braun.
Die Massenfertigung der V2-Rakete erfolgte in gigantischen unterirdischen Fabrikationsanlagen am Südrand des Harz-Gebirges mit Hilfe von KZ-Häftlingen. Von den 60 000 Menschen, die dort zwangsweise arbeiten mussten, starb jeder dritte. Die Nationalsozialisten setzten die V2 1944/45 vor allem als Terrorwaffe gegen die Städte London und Antwerpen ein. Nach dem Krieg nutzten die USA und UdSSR das Know-how der deutschen Ingenieure zur Entwicklung der ersten nuklear bestückten Interkontinentalraketen und später für die ersten Weltraumträgerraketen.
Beteiligte Herstellung: Heeresversuchsanstalt Peenemünde
Orte Herstellung: Deutschland
Datierung Herstellung: 1944
Material Stahl
Textil
Beschriftung Schlagzahl/-stempel: pr 3072/cdr 7793, ph307/cdr4140, Wa E2 (Reichsadler)
Maße Masse: geschätzt 500 kg
Masse: 924 kg mit Palette
Technische Daten Masse: 500 kg
Brennkammerdruck: 14,5 bar
Schubkraft: 245 kN
Ausströmgeschwindigkeit: 2,2 km/s
Durchsatz: 130 kg/s
Brennzeit: 66 s
Material: Stahl
Literatur
  • Die Rakete und das Reich (BVB)
  • Hempfer, Andreas:Raketenwaffe A4 (V2). In: Wolfgang M. Heckl (Hrsg.): Die Welt der Technik in 100 Objekten. München: Beck 2022, S. 512-517. S. 512-517
  • Knopp, Matthias: Raumfahrt - Für die Erde ins All. (Ausstellungskatalog Deutsches Museum). München 2023. S. 106, Abb. 106, Kat. 15 (BVB)
  • Reisig, Gerhard: Raketenforschung in Deutschland (BVB)
Rechtehinweis CC BY-SA 4.0
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