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Flugzeug Junkers Ju 52 (AAC 1 Toucan)

Foto:
Inventarnr. 73794
Systematik 740.10.01 Luftfahrt / Fluggeräte schwerer als Luft, mit Antrieb / Kolbenmotorflugzeuge
Identität Original
Beschreibung Die Junkers Ju 52, ein dreimotoriges Ganzmetall-Flugzeug aus gewelltem Duraluminiumblech, wurde als „Tante Ju“ weltberühmt. Wegen ihrer Robustheit, Wartungsfreundlichkeit und Zuverlässigkeit wurde sie in den 1930er Jahren das Standard-Verkehrsflugzeug der Deutschen Lufthansa. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Ju 52 als Transportflugzeug eingesetzt. Sie ist - nach der amerikanischen DC-3 - das meistgebaute Transportflugzeug der westlichen Welt.
In den 1920er Jahren war für einen wirtschaftlichen Luftverkehr noch kein geeignetes Flugzeug verfügbar. Zwei Junkers-Mitarbeiter, der Techniker Kurt Weil und der Kaufmann Hans Bongers, stellten in ihrem 1925 vorgelegten „Weil-Bongers-Memorandum“ für damalige Verhältnisse extreme Forderungen an ein zukünftiges Flugzeug: leichte Auswechselbarkeit von reparaturanfälligen Teilen, Verbilligung der Ersatzteilhaltung, verlängerte Betriebszeiten zwischen den Überholungen und erhöhte jährliche Betriebszeiten.
Die Ju 52, mit deren Entwicklung Hugo Junkers 1929/30 mitten in der Weltwirtschaftskrise begann, sollte solch ein optimal konstruiertes Flugzeug werden. Sie kam 1932 auf den Markt und wurde aufgrund ihrer Zuverlässigkeit, Wartbarkeit und Robustheit rasch berühmt. In wenigen Jahren war die Ju 52 das am weitesten verbreitete Großverkehrsflugzeug, mehr als 300 Flugzeuge wurden für den zivilen Luftverkehr in 30 Länder verkauft. Einschließlich der militärischen Transport- und Lizenzbauten wurden etwa 5000 Ju 52 hergestellt, zuletzt noch in Frankreich (bis 1947) und Spanien (bis 1952).
Eines der Merkmale, die den Ruf der Ju 52 begründeten, waren ihre Langsamflugeigenschaften; kein anderes Flugzeug dieser Größe konnte mit so geringer Geschwindigkeit – um 100 Km/h – starten und landen. Grund dafür war der Junkers Hilfsflügel, der das Abreißen der Luftströmung verhinderte. Überragende Bedeutung erhielt die „gute alte Tante Ju“, wie sie im Volksmund genannt wurde, im Krieg als unverwüstliches Arbeitspferd für Transportaufgaben aller Art.
Das hierbeschriebene Flugzeug ist ein französischer Nachbau der Ju 52 mit der Bezeichnung „AAC 1 Toucan“ und flog zuletzt als Militärtransporter in Nordafrika. Im Jahr 1952 verkaufte sie der französische Staat zu einem symbolischen Preis von einem Franc an das Deutsche Museum.
Die Société d'emboutissage et de constructions mécaniques (SECM), auch bekannt als Avions Amiot, war ein Flugzeugbauunternehmen, das 1916 vom französischen Industriellen Félix Amiot gegründet wurde. Das Unternehmen wurde 1945 verstaatlicht und erhielt den Namen Ateliers Aéronautiques de Colombes. 1949 wurde die Fabrik in Colombes im Großraum von Paris geschlossen. Von dem Ju-52 Nachbau „AAC 1 Toucan“ wurden ca. 400 Maschinen gebaut.
Beteiligte
Orte
Datierung
  • Herstellung: 1947
  • Entwicklung: 1929 - 1932
Material Aluminium
Maße Masse: 6430 kg
Technische Daten Freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise aus gewelltem Duraluminium-Blech. Tragfläche mit Junkers-Hilfsflügel, Fahrwerk auch mit Schneekufen oder Schwimmern ausrüstbar.
Spannweite: 29,25 m
Länge: 18,90 m
Leermasse: 5800–6600 kg
Abflugmasse: 10 500 kg (Frachter)
Nutzlast: 2300 kg (Frachter)
Reisegeschwindigkeit: 250 km/h
Reichweite: 1000–1300 km
Triebwerk: drei luftgekühlte Sternmotoren BMW 132 Z 3 mit einer Leistung von je 530 kW (720 PS); Zweiblatt-Junkers-Einstell-Luftschrauben aus Metall
Besatzung: 2–4
Passagiere: 15–17
Literatur
  • Holzer, Hans: Luftfahrt. Führer durch die Ausstellung. München 2008 (Deutsches Museum). S. 51, 56-57, 74, 80, Abb. 48, 57 (BVB)
  • Kluge, Robert (Hrsg.): Moderne Luftfahrt - Willkommen an Bord! (Ausstellungskatalog Deutsches Museum) S. 64, 100, Abb. 66, 100 (BVB)
Rechtehinweis CC BY-SA 4.0
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