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Ganzmetall-Flugzeug Junkers F 13 mit Reihenmotor Junkers L5

Inventarnr. 78042
Systematik 740.10.01 Luftfahrt / Fluggeräte schwerer als Luft, mit Antrieb / Kolbenmotorflugzeuge
Identität Original
Beschreibung Im Juni 1919, ein halbes Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, brachte Hugo Junkers das erste, speziell für den wirtschaftlichen Passagier- und Frachttransport entwickelte Flugzeug auf den Markt. Das Ganzmetall-Flugzeug Junkers F 13 wurde zum Vorbild für die Konzeption von Verkehrsflugzeugen und trug wesentlich zum Aufbau des Luftverkehrs bei. Die geschlossene Kabine für vier Passagiere und der freitragende Flügel aus Duraluminium waren für die damalige Zeit revolutionär.
Junkers hatte während des Krieges intensiv an der Ganzmetall-Bauweise gearbeitet. Robustheit und Entwicklungsfähigkeit hinsichtlich Größe und Geschwindigkeit waren die besonderen Vorteile der Metallbauweise.
Während sich die Passagiere in der geschlossenen und heizbaren Kabine befanden, saßen der Pilot und der Monteur in einem offenen Führerraum. Man glaubte damals noch, zum sicheren Fliegen den Fahrtwind hören und spüren zu müssen.
Die Marktbedingungen nach dem Ersten Weltkrieg waren für neue Verkehrsflugzeuge denkbar schlecht. Es gab genügend billige Kriegsflugzeuge, die von den jungen Fluggesellschaften für den Personen- und Frachttransport umgebaut und geflogen wurden. Trotzdem konnten in den ersten zwei Jahren etwa 100 Junkers F 13 vor allem ins Ausland verkauft werden. Bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1930 wurden insgesamt 350 Flugzeuge in 60 Versionen hergestellt.
Besondere Bedeutung gewannen die F 13 und ihre Nachfolgemuster durch ihre Robustheit und Zuverlässigkeit, zum Beispiel in Südamerika. In den feuchtheißen Urwaldgebieten und unzugänglichen Bergregionen fand das Flugzeug ein ideales Einsatzfeld als Verkehrsmittel.
Die Junkers F 13 des Deutschen Museums ist eines von vier Exemplaren, das 1928 nach Afghanistan geliefert wurde. König Aman Ullah wollte in seinem Land den Luftverkehr mit Junkers-Flugzeugen aufbauen. Die Pläne wurden jedoch durch eine Revolution vereitelt. Auf einem Schrottplatz in Kabul entdeckte 1968 der frühere Junkers-Chefkonstrukteur Kurt Weil die Reste der F 13. Die Junkers-Nachfolgefirma Messerschmitt-Bölkow-Blohm restaurierte den Rumpf und ergänzte die fehlenden Tragflächen. Der Originalmotor Junkers L 5 ist eingebaut.
http://digital.deutsches-museum.de/item/78042/
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Beteiligte
Orte Dessau
Datierung Baujahr: 1927
Material Aluminium
Maße Ausstellungsmaß (H x B x L/T): 4100 x 17750 x 9600 mm
Masse: 1100 kg
Technische Daten Besatzung: 2
Passagiere: 4
Höchstabflugmasse: 2100
Geschwindigkeit: 140 km/h
Dienstgipfelhöhe: 4000 m
Spannweite: 17,75 m
Länge: 9,60 m
Flügelfläche: 43 m²
Flächenbelastung: 46,4 kg/m²
Triebwerk: Junkers Reihenmotor L-5; 6 Zylinder, wassergekühlt, 310 PS (228 KW) Startleistung.
Literatur
  • Heinzerling, Werner: Das Verkehrsflugzeug "Junkers F 13" von Hugo Junkers. In: Deutsches Museum (Hrsg.): Meisterwerke aus dem Deutschen Museum. Band II. München 1999, S. 32-35. S. 32-35 (BVB)
  • Holzer, Hans: Luftfahrt. Führer durch die Ausstellung. München 2008 (Deutsches Museum). S. 9-10, 51, Abb. 51 (BVB)
  • Rathjen, Walter: Luftverkehr. Geräte, Häfen, Gesellschaften, Post, Fracht, Passagiere. Mümchen 1990. (BVB)
  • Schmitt, Günter: Hugo Junkers und seine Flugzeuge. Berlin 1986. (BVB)
  • Wagner, Wolfgang: Der deutsche Luftverkehr - Die Pionierjahre 1919 - 1925. Die deutsche Luftfahrt, Band 11. Koblenz 1987. (BVB)
  • Miertsch, Wolfgang: Vom Lilienthalgleiter zur fliegenden Annelise. Dessau 1991. (BVB)
  • Wagner, Wolfgang: Hugo Junkers. Pionier der Luftfahrt - seine Flugzeuge. Bonn 1996. (BVB)
  • Wörrle, Bernhard: Die dunkle Seite der Technik: Koloniale Materialien. (Koloniales Sammlungsgut im Deutschen Museum Teil 2). In: Der Blog des Deutschen Museums, 5.11.2020. https://blog.deutsches-museum.de/2020/11/05/die-dunkle-seite-der-technik-koloniale-materialien (BVB)
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