Gründungssammlung
Start | Suchergebnisse| Detailansicht | Zurück
Kontakt
Ist Ihnen etwas aufgefallen? Oder wissen Sie mehr?
Mail: email hidden; JavaScript is required
Vielleicht haben Sie eine technische Frage zu diesen Seiten?
Mail: email hidden; JavaScript is required
Zitierweise
Gründungssammlung des Deutschen Museums.
Bearbeitet von Julia Bloemer und Benjamin Mirwald, Version vom 29.07.2021
Lizenz Bild & Text: Creative Commons License
Forschungsdaten
Astronomische Uhr
Inventarnummer:
1948
Einordnung
Typ:
Uhrwerk
Pendeluhr
Fachgebiet:
Astronomie
Bezüge:
Zusammensetzung aus: 1948Z2, 1949, 1950
Stichwörter:
Gewicht, Pendel, Zifferblatt, Zeiger, Zeit, Uhrzeit
Tags:
dial clock face, hands, time, weight, astronomy, pendulum clock
Beschreibung
Funktionsweise:

Die Pendeluhr war für die Messung von Sekundenbruchteilen konstruiert wurde: Astronomische Aufzeichnungen verlangten ein Ticken nicht nur jede Sekunde, sondern etwas öfter. Das unüblich kurze ... mehr anzeigen

Die Pendeluhr war für die Messung von Sekundenbruchteilen konstruiert wurde: Astronomische Aufzeichnungen verlangten ein Ticken nicht nur jede Sekunde, sondern etwas öfter. Das unüblich kurze Pendel sorgt für eine recht kurze Schwingungsdauer: Je kürzer man ein Pendel macht, desto kürzer wird sie. Um eine hohe Ganggenauigkeit zu erreichen, waren das Pendel und das Uhrwerk vielfältig justierbar. Am stärksten fällt die Temperaturkompensation über mehrere Stangen aus Messing und Stahl auf. Wenn sich die zentrale Pendelstange bei höheren Temperaturen nach unten ausdehnt, dehnen sich die anderen Stangen nach oben aus, weil sie an der Unterseite des Pendels montiert sind. Die Materialien und Längen der Stangen sind gerade so ausgewählt, dass dadurch der Schwerpunkt des ganzen Pendels in einem weiten Temperaturbereich an der gleichen Stelle bleibt.
Das Werk hat eine Ankerhemmung, eine sogenannte Graham-Hemmung mit massivem Stahlanker, erkennbar an der auf einer Seite konkaven Zahnform. Das Ankerrad besitzt ein Steinlager. Das Rostpendel mit Schneidenaufhängung ist relativ kurz (Länge ca. 240 Millimeter), damit die Schwingungsdauer genau 1/2 Sekunde beträgt. Die Pendellänge lässt sich justieren. Es hat eine Transportsicherung. Der Werkstuhl ist zur Einstellung der Gangsymmetrie mit Schrauben justierbar. Das versilberte Zifferblatt hat drei Zeiger mit einer Aufteilung wie bei einem Regulateur mit jeweils eigenen Skalen. Das Gehäuse des Werks kann an zwei Türen geöffnet werden, um hineinzusehen. Das Werk lässt sich relativ leicht vom Schlitten abnehmen. Zwei Seilrollen für Antriebs- und Gegengewicht sind verbunden über eine Endlosschnur. Eine Rolle mit Sperrrad sorgt für die richtige Laufrichtung. Diese Konfiguration wird nach Christiaan Huygens (1629-1695) als Huygensscher Aufzug bezeichnet (vielen Dank für die technischen Hinweise an Bettina Goldes). Weniger anzeigen

Historische Bedeutung:

Der Hersteller Joseph Liebherr (1767-1840) hatte eine Uhrmacherlehre bei seinem Vater Franz Xaver (gestorben 1802) absolviert und sich im wissenschaftlichen Instrumentenbau autodidaktisch ... mehr anzeigen

Der Hersteller Joseph Liebherr (1767-1840) hatte eine Uhrmacherlehre bei seinem Vater Franz Xaver (gestorben 1802) absolviert und sich im wissenschaftlichen Instrumentenbau autodidaktisch weitergebildet. In München konstruierte er außer Präzisionsuhren wie der hier beschriebenen auch geodätische und magnetische Messgeräte.
Nicht nur an der Münchner Sternwarte wurden für astronomische Beobachtungen Uhren von Liebherr benutzt, auch Carl Friedrich Gauß (1777-1855) plante für die Göttinger Sternwarte eine solche Uhr anzuschaffen. Die präzise Zeitmessung war eine Grundlage dafür, Sternpositionen genau feststellen zu können. Kataloge mit solchen Positionen halfen dann wiederum dabei, in der Landesvermessung die geographischen Koordinaten von Orten festzustellen. Weniger anzeigen

Eigenschaften
Material:
Ganzes Objekt: Gestein, Silberlegierung, Eisenlegierung, Edelstahl, Messing
Beschriftungen:
Uhrwerk, Rückseite, Inventarnummer, silberner Aufkleber: Deutsches Museum / München, Inv.-Nr. / 05/1948
Pendelspitzen-Aufnahme, Skalenbeschriftung: [10] 5 0 5 [10, auf 1 genau geteilt, zur Messung der Pendelauslenkung]
Zifferblatt, Herstellersignatur, deutsch: Utzschneider und Liebherr in München
Zifferblatt, Skalenbeschriftungen: [Äußerste:] 5 10 [...] 60 [Obere:] 0 5 10 15 [...] 55 [beide auf 1 genau geteilt; untere:] 1 2 3 [...] 24 [auf 1 Stunde genau]
Maße:
Ganzes Objekt: Höhe 473mm, Breite 225mm, Tiefe 134mm, Masse 11,29kg