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Zitierweise
Gründungssammlung des Deutschen Museums.
Bearbeitet von Julia Bloemer und Benjamin Mirwald, Version vom 01.08.2021
Lizenz Bild & Text: Creative Commons License
Forschungsdaten
Geodätischer Messkarren
Inventarnummer:
9760
Einordnung
Typ:
Geodätisches Instrument
Fachgebiet:
Geodäsie
Stichwörter:
Schuh, Fuß, Gelände, Umriss, Vermessung, Maßstab, Länge
Tags:
foot, perimeter, contour, geodesy, odometer, surveyor's wheel, geodetic measuring cart
Beschreibung
Funktionsweise:

Das Gerät misst Strecken und zeichnet den Grundriss eines umfahrenen Geländes auf. Als Einheit wird ein bayerischer Klafter (1,7512 Meter) benutzt, der auch das Maß des Radumfangs ist. Die ... mehr anzeigen

Das Gerät misst Strecken und zeichnet den Grundriss eines umfahrenen Geländes auf. Als Einheit wird ein bayerischer Klafter (1,7512 Meter) benutzt, der auch das Maß des Radumfangs ist. Die Umdrehungsanzahl des Rades wird mit vier Zeigern (1-, 10-, 100-, 1000fach) angezeigt, die über Getriebe an die Radachse angekoppelt sind. Um den Umriss des Geländes zu markieren, sind bei jeder Richtungsänderung Eingriffe von Hand nötig: Ein Stift kann mit einer Untersetzung von 1:420 oder 1:840 quer zur Bewegungsrichtung die zurückgelegte Strecke aufzeichnen. Damit er auf dem Kartenblatt immer in die richtige Richtung zeichnet, muss dieses passend ausgerichtet werden. Dazu kann die Schreibplatte durch Löcher am Rand auf 192 verschiedene Winkel eingestellt werden. Dreht man nun den Wagen, so muss die Platte samt Kartenblatt in die Ursprungsrichtung gedreht werden. Dies erreicht man mit Hilfe eines Kompasses und einer Visiereinrichtung. Weniger anzeigen

Historische Bedeutung:

Der Schreinermeister Leonhard Glinck (1766-1845) baute den Messkarren für Vermessungsarbeiten (hauptsächlich Straßenstrecken) im Herzogtum Neuburg. Danach wurde der Karren dem Bestand von Adrian ... mehr anzeigen

Der Schreinermeister Leonhard Glinck (1766-1845) baute den Messkarren für Vermessungsarbeiten (hauptsächlich Straßenstrecken) im Herzogtum Neuburg. Danach wurde der Karren dem Bestand von Adrian Riedl (1746-1809), Direktor des topographischen Bureaus der Bayerischen Armee, übergeben und 1808 in die Akademiesammlung aufgenommen. Das Messkonzept war gegenüber der trigonometrischen Vermessung zu kompliziert und der Karren zu kostspielig, so dass sich Glincks Verfahren nicht durchsetzen konnte. Glinck ist nicht zu verwechseln mit dem später lebenden Leonhard Glink (1797-1873) [ohne c], der ebenfalls als Tischler, darüber hinaus aber auch als Politiker tätig war. Eine Verwandtschaft ist wahrscheinlich, da Glinck genau wie Glink eine Zeit lang in München arbeitete. Die Kursächsische Postmeilensäule in Sachsen wurde mit einem ähnlichen Wagen gemessen; möglicherweise ließ sich Glinck davon anregen. Weniger anzeigen

Herstellung:
1802
Hersteller: Glinck, Leonhard
Eigenschaften
Material:
Ganzes Objekt: Holz
Maße:
Ganzes Objekt: Höhe 500mm, Breite 500mm, Masse (geschätzt) 20kg
Quellen
Archivquellen:
Deutsches Museum Archiv, Handschriften, HS 1954-52/6 (1850–1866): Catalog der physikalisch-mathematischen Sammlung des Staates