Notenrollensammlung
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88 Animatic T/Tri-Phonola

Hersteller

Ludwig-Hupfeld-Aktiengesellschaft (Leipzig)

Herstellungszeitraum

Ab 1919

Anzahl der Spuren

Full Scale integriert

Spielbare Töne/Tonumfang

88 / A2–c5

Interpretationscodierung

Lochung: Doppelte kleine Lochungen (Solodant) an beiden Rändern zur Betonung der Melodietöne sowie Lochketten an der Bassseite zur Steuerung des Pedals zur Dämpfungsaufhebung. Triphonola-eigenes Codierungssystem an beiden Rollenrändern für die Steuerung der Dynamik.

 

Beschriftung: Am Beginn aufgedruckte Tempoangabe. Aufgedruckte, blau gepunktete Dynamiklinie über den gesamten perforierten Teil hinweg. Teils in der Rollenmitte rote Linie zur Markierung der Teilung von Diskant- und Basswindlade.

Laufrichtung

Abwärts

Wangen und Mitnehmer

Wangen meist aus schwarz lackiertem Holz. Wangenform entsprechend den Vorgaben der Chicago Convention 1911: beide Wangen mit runden Vertiefungen, eine mit zusätzlichem Schlitz zur Aufnahme des Mitnehmers.
Mitnehmer rechts.

Papierfarbe

Beige

Papierbreite

286 mm

Sonstige Merkmale

Auf den Etiketten häufig Aufschriften wie „Animatic T“, „Tri-Phonola“ und „Triphonola“ oder „T“ vor der Rollennummer. Häufig haben Rollen mit „Animatic“-Etiketten ohne die 88-Zahl im Quadrat auf beigen Anfangslaschen mit schwarzem Aufdruck die volle Triphonola-Codierung der Dynamik.

In Hupfelds Notenrollenkatalogen ab 1921 wurden Notenrollen mit den Ziffern 4–29 versehen, die für verschiedene Preisgruppen standen. Ab 1928 verwendete Hupfeld auf den Etiketten häufig die römischen Ziffern I, II oder III. Diese standen für die Preisekategorien 3,00, 4,50 und 6,25 RM.

Weitere teils auf die Etiketten gedruckte Kürzel waren „A“ (= Begleitrolle zu Gesang oder Instrumentalmusik), T (= Tanzmusik) und O (= handgezeichnete, nicht von Interpret/-in eingespielte Notenrolle).

Papier oftmals mit Wasserzeichen (Schriftzug „Phonola“, Herstellungsjahr und Kürzel des Papierherstellers, z.B. „H & E“ für Hoffman und Engelmann in Neustadt auf der Haardt). Auf diese Firma verweist auch das Wasserzeichen mit Notenschlüssel und den Notenzeichen h und e.

Weitere Bemerkungen

Es gibt Rollen zu vier Händen.

Abspielinstrumente

Insg.: Klavier, Flügel und Vorsetzer-Reproduktionsinstrumente mit Tri-Phonola- oder Duo-Phonola-System sowie – ohne automatische Betonung – Instrumente mit 88er Skala. Das Tri-Phonola-Klavier ist in dreifacher Weise nutzbar: Als fußbetriebene Phonola mit Handnuancierung, in halbautomatisierter Spielweise mit zugeschalteter Solodantbetonung und sonstiger Handnuancierung oder als vollautomatisches Reproduktionsklavier mit elektrischem Antrieb. Das Duo-Phonola hat nur elektrischen Antrieb.

Literatur

Jürgen Hocker: Faszination Player Piano. Das selbstspielende Klavier von den Anfängen bis zur Gegenwart. Bergkirchen 2009, S. 108–112, 127.
Hans-W. Schmitz: „Ein Essay über Hupfelds Notenrollen. Entstehungsgeschichte der Instrumente und Notenrollen“. In: Das mechanische Musikinstrument 26 (2000), Nr. 79, S. 16–22, 18f.
Ders.: „Übersicht über Hupfeld-Notenrollen“. In: Das mechanische Musikinstrument 26 (2000), Nr. 79, S. 23f., 24.
Larry Sitsky: The Classical Reproducing Piano Roll. A Catalogue-Index. Vol. I: Composers. New York 1990, S. xxvii–xxxi.

Beispiele & Merkmale

Inv.-Nr. 2008-29 Rolle anzeigen

Inv.-Nr. 2001-982 Rolle anzeigen

88 Animatic T/Tri-Phonola der Ludwig Hupfel AG, Leipzig. Rollennr. T 50479, A. Hoehn spielt F. Chopin: Nocturne Op. 72 No. 1 e. Inv.-Nr. 2008-29. Rollen dieses Typs können, wie der Name andeutet, auf drei Arten gespielt werden: als Reproduktionsrolle, die alle interpretatorischen Merkmale mittels Lochcodierung steuert, oder als Kunstspielrolle, bei der ein/e Spieler/-in die Interpretation übernimmt, entweder mit eingeschaltetem Solodantregler zur Betonung der Melodie oder frei interpretiert mit Handreglern und Pedalen. Die Rolle zeigt eine blau gepunktete Dynamiklinie, der mittels Handhebel gefolgt werden kann. Die rote Linie in der Rollenmitte markiert die Teilung in Diskant- und Basswindlade. Die doppelten Perforierungen an den Rändern steuern als Solodantlochung die Betonung der Melodietöne. Lochketten an den äußeren Rändern regeln bei Zuschaltung das Pedal zur Dämpfungsaufhebung und die Dynamik. Der Diskant befindet sich oben, der Bass unten auf der abgebildeten Rolle.

88 Animatic T/Tri-Phonola der Ludwig Hupfel AG, Leipzig. Rollennr. T 50565 J. Szulc und M. v. Zadora spielen E. Grieg: Peer Gynt Suite I Op. 46 No. 1 Morgenstimmung No. 2 Ases Tod 4 hdg. Inv.-Nr. 2001-982. Rollen dieses Typs können, wie der Name andeutet, auf drei Arten gespielt werden: als Reproduktionsrolle, die alle interpretatorischen Merkmale mittels Lochcodierung steuert, oder als Kunstspielrolle, bei der ein/e Spieler/-in die Interpretation übernimmt, entweder mit eingeschaltetem Solodantregler zur Betonung der Melodie oder frei interpretiert mit Handreglern und Pedalen. Diese Rolle gibt vierhändiges Spiel wieder. Sie zeigt zu Beginn mit dem Stempel "Tempo 50-60" die Abspielgeschwindigkeit an. Der blau gepunkteten Dynamiklinie kann mittels Handhebel gefolgt werden. Die rote Linie in der Rollenmitte markiert die Teilung in Diskant- und Basswindlade. Die doppelten Perforierungen an den Rändern steuern als Solodantlochung die Betonung der Melodietöne. Lochketten an den äußeren Rändern regeln bei Zuschaltung das Pedal zur Dämpfungsaufhebung und die Dynamik. Der Diskant befindet sich oben, der Bass unten auf der abgebildeten Rolle.

Wangen des Rollentyps 88 Animatic T/Tri-Phonola.

Wasserzeichen des häufig für den Rollentyp Animatic T/Tri-Phonola verwendeten Papiers.