Notenrollensammlung
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73 Phonola

Hersteller

Ludwig-Hupfeld-Aktiengesellschaft (Leipzig)    

Herstellungszeitraum

Ab 1902

Anzahl der Spuren

77

Spielbare Töne/Tonumfang

73 / F1–f4

Interpretationscodierung

Lochung: Üblicherweise keine

 

Beschriftung: Am Rollenbeginn aufgedruckte Tempoangabe. Zusätzlich blau gepunktete Dynamiklinie, Pedalangaben und teils Akzentzeichen über den gesamten perforierten Teil hinweg.

Laufrichtung

Aufwärts

Wangen und Mitnehmer

Wangen meist aus hellem Holz. Mitnehmerstift rechts und aus Metall.

Papierfarbe

Beige

Papierbreite

296 mm

Weitere Bemerkungen

Rollen teils mit Porträts der Interpret/-innen, bei 73 Phonola meist ausgeschnitten und aufgeklebte Reproduktionsdrucke, z.B. Autotypie oder Lichtdrucke, die im fotomechanischen Flachdruckverfahren hergestellt wurden. Auf Etiketten häufig „73“ im Kreis.

Auf den Etiketten häufig zusätzlich Ziffern für Preiskategorien sowie Rollenkategorien.
In Hupfelds Notenrollenkatalogen ab 1921 wurden Notenrollen mit den Ziffern 4–29 versehen, die für verschiedene Preisgruppen standen. Ab 1928 verwendete Hupfeld auf den Etiketten häufig die römischen Ziffern I, II oder III. Diese standen für die Preisekategorien 3,00, 4,50 und 6,25 RM.
Weitere teils auf die Etiketten gedruckte Kürzel waren „A“ (= Begleitrolle zu Gesang oder Instrumentalmusik), T (= Tanzmusik) und O (= handgezeichnete, nicht von Interpret/-in eingespielte Notenrolle).

Papier oftmals mit Wasserzeichen (Schriftzug „Phonola“, Herstellungsjahr und Kürzel des Papierherstellers, z.B. „H & E“ für Hoffman und Engelmann in Neustadt auf der Haardt. Auf diese Firma verweist auch das Wasserzeichen mit Notenschlüssel und den Noten h und e.)

Abspielinstrumente

Insg.: Phonola-Klavier, -Flügel und -Vorsetzer mit 73/77er Skala und geteilter Windlade.

 

DM: Pneumatische Klaviervorsetzer:
Phonola, Ludwig-Hupfeld-Aktiengesellschaft, Leipzig, um 1905. Inv.-Nr. 31069.
Meisterspiel-Phonola, Ludwig-Hupfeld-Aktiengesellschaft, Leipzig, um 1910. Inv.-Nr. 75200.
Meisterspiel-Phonola, Ludwig-Hupfeld-Aktiengesellschaft, Leipzig, um 1910. Inv.-Nr. 1980-221.

Literatur

Birgit Heise: Die Hersteller von selbst spielenden Musikinstrumenten aus Leipzig von 1876 bis 1930. Produkte. Typen. URL: http://mfm.uni-leipzig.de/hsm/produkt_detail.php?id=43.
Birgit Heise: Die Hersteller von selbst spielenden Musikinstrumenten aus Leipzig von 1876 bis 1930. Hersteller. Hupfeld, Ludwig. URL: http://mfm.uni-leipzig.de/hsm/detail.php?id=43.
Gabriele Kämpfe, Eszter Fontana: Historische Tonträgersammlung. Bestandskatalog I. Notenrollen für Kunstspiel- und Reproduktionsklaviere. Leipzig 2009, Einführung S. 3.
Hans-W. Schmitz: „Ein Essay über Hupfelds Notenrollen. Entstehungsgeschichte der Instrumente und Notenrollen“. In: Das mechanische Musikinstrument 26 (2000), Nr. 79, S. 16–22.
Ders.: „Übersicht über Hupfeld-Notenrollen”. In: Das mechanische Musikinstrument 26 (2000), Nr. 79, S. 23f.
Jürgen Hocker: „Notenrollenfabriken und Hersteller von Notenrollenzubehör“. In: Das mechanische Musikinstrument 13 (1987), Nr. 43, S. 36–46, 40f.

Beispiele & Merkmale

Inv.-Nr. 2003-696 Rolle anzeigen

Inv.-Nr. 2001-1110 Rolle anzeigen

73 Phonola der Ludwig Hupfeld AG, Leipzig. Rollennr. 2889, F. Liszt: La campanella. Inv.-Nr. 2003-696. Die Rolle zeigt eine gepunktete Dynamiklinie, die beim Abspielen mittels Handhebel verfolgt werden kann. Das Stück beginnt in piano, was der Stempel „P“ vorgibt. Am oberen Rand befinden sich Stempel für die Pedalverwendung, bei "Ped" soll das Pedal aktiviert, beim Stern deaktiviert werden. Der Diskant befindet sich unten, der Bass oben auf der abgebildeten Rolle.

73 Phonola der Ludwig Hupfeld AG, Leipzig. Rollennr. ** 12122, W. Backhaus spielt F. Liszt: Etude Nr. 4 Mazeppa d moll - re mineur - d minor. Inv.-Nr. 2001-1110. Stempel am Beginn der Perforierung zeigen die Spielanweisung „Allegro“, die Tempoangabe nach Mälzels Metronom, obwohl dort 116 Moderato und nicht Allegro ist, sowie das Tempo 50-60, das am Phonola-Gerät als Abspielbeschwindigkeit eingestellt werden soll. Die Rolle zeigt eine gepunktete Dynamiklinie, die beim Abspielen mittels Handhebel verfolgt werden kann. Das Stück beginnt in fortissimo, was der Stempel "ff" vorgibt. Am oberen Rand befinden sich Stempel für die Pedalverwendung, bei "Ped" soll das Pedal aktiviert, beim Stern deaktiviert werden. Das Porträt am Rollenbeginn zeigt den Pianisten Backhaus. Der Diskant befindet sich unten, der Bass oben auf der abgebildeten Rolle.

Wangen des Rollentyps 73 Phonola.

Wasserzeichen des häufig für den Rollentyp 73 Phonola verwendeten Papiers.